Korn gegen Öl
Duale Ökonomie der späten UdSSR
Language: German - ISBN: 9789403867793 - 300 pages
€19.90
Synopsis
Die UdSSR exportierte Energieprodukte wie Öl und Gas und importierte Agrargüter wie Getreide. Die Relation der Quantitäten ergab sich aus dem monetären Austauschverhältnis am Weltmarkt: Mit einer Tonne Erdöl konnte z. B. 1975 eine andere Menge an Weizen erhandelt werden als 1965 oder 1985.
Die Pointe besteht darin, dass die Relation der Quantitäten durch einen relativen Preis am Weltmarkt zu definieren ist, obwohl und gerade weil innerhalb der Planwirtschaft Preise etwas ganz anderes anzeigen. Deswegen haben wir die komparativen Kosten, die sich aus den relativen Weltmarktpreisen ergeben, nicht monetär, sondern als Arbeitszeitquanten der Planwirtschaft berechnet.
Wir vergleichen die laufenden Kosten (Aufwendungen) der Weizenproduktion mit denen der Rohölproduktion, bezogen auf jene Mengen, die durch die sich wandelnden Terms of Trade am Weltmarkt zueinander ins Verhältnis gesetzt wurden. Mit diesem Untersuchungsdesign wurden wir der Tatsache gerecht, dass nicht Preise, sondern Mengen als Bilanz der Planwirtschaft relevant sind. Ergibt sich nun beim Saldieren dieser Größe ein Plus oder ein Minus?
About Martin Seelos
Martin Seelos (Jahrgang 1965) beschäftigt sich seit Beginn der 2000er Jahre mit dem Forschungsdesign bei Karl Marx. Seit 2017 Herausgeber und Autor der Buchreihe „Beiträge zur Kulturgeschichte“ mit dem Schwerpunkt „Theorie und Existenz des Eigentums“.
Bisher erschienen: Negation des Eigentums (2016), Akkumulation ohne Kapital (2017), Franz Kafka und das feudale Prinzip (2017), 1917 und 1789: Aspekte der politischen Geographie (2017), Das antike Eigentum (2019), Duale Ökonomie und historische Eigentumsformen, 2 Teilbände (2021), Bürgerliches Eigentum und globaler Süden (2023), Geld im Sozialismus? Eigentum vs. Politik (2025), Geld ohne Ware? Sowjet-Rubel vs. Kollektiveigentum (2025).
Martin Seelos lebt und arbeitet in Wien.